„Wirrwarr von Verordnungen und Verboten“

Medienschau vom 8. Mai 2020

Die Beschränkungen des öffentlichen Lebens werden in Deutschland weiter zurückgefahren – von den Kitas über den Sport bis zur Gastronomie. Die Details obliegen dabei immer stärker den Ländern, die eigene Regelungen treffen.

„Kontrolle war gut, Vertrauen ist besser“, titelt der Spiegel im Kommentar. Bei der Bekämpfung der Pandemie komme es allein auf uns selbst an, das sei die Botschaft der Regierung. Die Öffnungen nehmen laut Spiegel den Wütenden den Wind aus den Segeln. „Der gesellschaftliche Friede scheint gerettet.“

Auch die FAZ sieht eine Verschiebung der Verantwortung in Richtung Bürger. Nicht mehr der Gehorsam gegenüber einem staatlichen Schutzhammer zähle, „sondern der Respekt vor dem lebensbedrohlichen Risiko.“ Zwar sei es zum Aufatmen deshalb noch zu früh, „aber dennoch ist es an der Zeit zu sagen: Mehr Schweden wagen.“

Die Tageszeitung erwartet einen Sommer, in dem „wir alle unseren Alltag an einem Wirrwarr von Verordnungen und Verboten entlang organisieren müssen.“ Und sollte es zu einer zweiten Welle kommen, „werden sich alle Augen wieder erwartungsvoll gen Kanzleramt richten.“

GESELLSCHAFT

Städtebild: Wie wird sich das urbane Leben durch die Krise verändern – zwölf Experten beschreiben Szenarien. Foreign Policy

Generation Y: Die Pandemie bedeutet gerade für Jüngere wirtschaftliche und soziale Veränderungen – und es werden Narben bleiben. Jetzt.de

Häusliche Gewalt: Erst wenn die Kitas wieder öffnen, wird laut einer Umfrage das Ausmaß der aktuellen Kindsmisshandlungen sichtbar werden. Süddeutsche Zeitung

Studis helfen Schülern: Schulen und Nachhilfeanbieter derzeit nicht wie gewohnt arbeiten, verbindet das neue Portal Corona School Studenten, die sich sozial engagieren wollen, mit Schülern per Video-Chat. Corona School

POLITIK

Abrechnung mit den USA: Die Corona-Krise zerstört nicht die USA, sondern zeigt, dass die Nation schon im Niedergang ist, dass „Dummheit und Ungerechtigkeit tödlich“ sind. The Atlantic

Lobeslied für deutsche Regierung: Der Staat habe insgesamt bislang so gut funktioniert, „dass hoffentlich den vielen Schwätzern, die zu allen möglichen Anlässen gerne vom ,Staatsversagen’ reden, diese Vokabel im Halse stecken bleibt.“ Süddeutsche Zeitung

KULTUR

Filmische Kollaboration: Über 20 Filmfestivals verbünden sich und streamen ab 29. Mai kostenlos Filme auf Youtube. Guardian, Variety

Kurzfilmtage Oberhausen: finden ab 13. Mai online statt, 350 der geplanten 550 Filme werden übers Netz gezeigt. Auch auf Neuseeland wird ein Festival rein digital veranstaltet. Das Festival in Locarno wurde dagegen abgesagt. Kurzfilmtage Oberhausen, newshub-co-nz, Variety

Streetart: Besonders in New York Street entwickelt sich Streetart (wieder) zum „visuellen Kommentar“ der Gesellschaft und der Krise. New York Times Travel auf Instagram

WIRTSCHAFT

„Zukunftsreparaturen“: Das Hamburgische Welt Wirtschaftsinstitut (HWWI) und der frühere Bildungsminister Klaus von Dohnanyi gehen in einem Positionspapier der Frage nach, ob ein grundlegender Strukturwandel in der deutschen Wirtschaft spätestens nach der Corona-Krise notwendig ist. Die Antwort: Sehr wohl! Absatzwirtschaft

Seuchenvergleich: Die Todeszahlen dürften diesmal zwar niedriger ausfallen, aber die wirtschaftlichen Folgen durch Corona sind größer als bei de Spanischen Grippe. Bloomberg

Lockerung: Die Wirtschaft applaudiert der weiteren Lockerung der Corona-Beschränkungen hierzulande – fordert aber weitere Hilfen vom Staat. Handelsblatt

Airlines: Nach den Statistiken der Europäischen Organisation zur Sicherung der Luftfahrt (Eurocontrol) ist der Flugverkehr in ihren 41 Mitgliedstaaten im April um rund 90 Prozent eingebrochen. Spiegel

WISSENSCHAFT

Welche Rolle spielen Superspreader? Eine NDR-Doku ist dieser Frage nachgegangen.

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KÖPFE DER WOCHE

Waldemar Zeiler, der mit seinem Start-up Einhorn Kondome cool gemacht hat, mischt sich in den Wirtschaftsdiskurs ein. „Unfuck the economy – jetzt erst recht“ heißt sein Thesenpapier. LinkedIn

Florian Hübner, der normalerweise mit seiner Firma Start-ups entwickelt, hat mit zwei Freunden innerhalb von 36 Stunden die Plattform corona-helfer.com aufgebaut, eine Jobbörse für deutsche und österreichische Betriebe, die an der Grundversorgung beteiligt sind. Süddeutsche Zeitung

CORONA & CO

Manhattan verwaist: Ein BMX-Fahrer hat sich in New York umgeschaut – totale Leere überall.

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