“Lockerungen oder zweite Welle?” – Medienschau 27.4.2020

In dieser Medienschau wollen wir als Co-Collective auf Veröffentlichungen der letzten Woche hinweisen, die uns besonders ins Auge gestochen sind. Dies können Analysen, Gespräche und Geschichten aus unterschiedlichsten Perspektiven sein, die in Medien oder auf Medienplattformen weltweit veröffentlicht wurden.

In this media show, we as a co-collective want to point out publications of the last week that caught our attention. These can be analyses, conversations and stories from different perspectives, which have been published in the media or on media platforms worldwide.

Thema der Woche: Lockerungen oder zweite Welle?

Foto als Teil eines Tweets von C. Lauer aus Berlin-Mitte am 24.April 2020

Weltweit wird die Frage nach den Lockerungen des Alltagslebens immer drängender. Nicht nur die Wirtschaft hofft auf ein baldiges Wiederhochfahren der Maschinen, auch die Menschen weltweit sind nach teils sehr strengen Auflagen in Hoffnung auf eine Normalisierung der Lage. Die in Deutschland zu beobachtende Sorglosigkeit hat sicher mit dem in Deutschland weitgehend unsichtbaren Verlauf der Corona-Pandemie zu tun, in anderen Ländern mit wesentlich mehr Toten sind die Auswirkungen bereits deutlicher und dramatischer zu spüren.


Der Spiegel lässt sechs Prominente, die bereits in den letzten Wochen mit kontroversen Äußerungen von sich zu reden gewusst haben, einen gemeinsamen Appell veröffentlichen. Dazu gehören neben dem Arzt und Biochemiker Alexander Kekulé, der Völkerrechlerin und Schriftstellerin Juli Zeh auch der Philosphieprofessor Julian Nida-Rümelin und der ehemalige Leiter des Weltwirtschaftsinstituts Thomas Straubhaar.

Die ZEIT berichtet von Plänen der Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die dem “Neustart” der Wirtschaft noch deutlicher einen klimafreundlichen Schwerpunkt geben will. Diese werden auf der Videokonferenz am 27. und 28. April des Petersberger Klimadialoges verhandelt. Ministerinnen und Minister aus über 30 Ländern diskutieren hier eine Strategie.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung sieht in der “Corona-Krise” eine Krise der großen Theorien und Theoretiker. Unter dem Motto “Wieso wir lieber Drosten als Sloterdijk hören” verneint sie die Praktikabilität der selbstgewissen Aussagen von Denkern wie Slavoj Žižek oder Giorgio Agamben. Diese “Scheinrealität” wird durch die sich täglich weiterhin ändernden Erkenntnisse und Auswirkungen der “Corona-Pandemie” durchbrochen, der nüchterne Pragmatismus eines Wissenschaftlers wie Christian Drosten gewinnt dramatisch an Wert. „Es fehlt das Eingeständnis, dass sich die gegenwärtige Situation nicht auf eine Generalformel bringen lässt“, ordnet hingegen gelassen der Kulturwissenschaftler Joseph Vogl ein.

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Hervorragend anschaulich beschreibt Mai Thi Nguyen-Kim, wie Medien und Meinungen nicht nur jetzt funktionieren. Die Profilierung der Experten passiert vor allem durch die Forderungen nach Lockerungen oder ein Leugnen der Gefahr des Virus. Das Video ist wie immer sehr gut durch Links zu Quellen belegt, in den Kommentarspalten findet man allerdings auch die Leugner- und Verschwörungsfraktion.

And the United States of America are facing a long peroid of social distancing, as the New York Times states in an overview arcticle of the situation nowadays.