gamescom: „Hybride Veranstaltungen sind die Zukunft von Messen“

Die gamescom, weltgrößte Messe für Computer- und Videospiele, fand dieses Jahr rein digital statt. Wie lautet dien Bilanz? Welche Perspektive ergibt sich für die Zukunft? Ein Interview mit Tim Endres, Director bei der Koelnmesse.

Pressekonferenz gamescom 2020 mit v.l.n.r. Tim Endres (Projektmanager gamescom), Oliver Frese (Geschäftsführer der Koelnmesse), Christoph Werner (Geschäftsbereichsleiter Messemanagement Koelnmesse), gamebot, Congress Saal, CongressCentrum Ost

Wie hat sich Deine Branche in der COVID-19-Krise entwickelt?

Tim Endres: In der Messewirtschaft beobachten wir aktuell eine rasante Entwicklung hin zu mehr Digitalisierung und entsprechend auch mehr Internationalisierung. Beides treiben wir bei der Koelnmesse zwar schon seit Jahren an, aber die Herausforderungen der Corona-Pandemie haben die Prozesse nochmal wesentlich beschleunigt. Das kann man sehr gut an der gamescom 2020 sehen, die wir dieses Jahr rein digital ausgetragen haben. Dank der engen Zusammenarbeit mit unseren Partnern vom game-Verband und aus der Industrie konnten wir, trotz all der Herausforderungen, dieses Jahr viele Erfolge feiern und haben gleichzeitig vieles für die Zukunft gelernt.

gamescom 2020 Opening Night Live mit Christopher Lloyd alias Doc Brown (Surgeon 2)

Wo liegen die größten Probleme?

Tim Endres: Traditionelle Messen leben von den Partnern und Besuchern vor Ort, von den Begegnungen, den Emotionen und dem Austausch. All das können und konnten wir nur bis zu einem gewissen Maß auch im Digitalen abdecken. Unsere Shows und einige, interaktivere Angebote kamen bei der Community gut an. Letztere hat uns aber auch deutlich wissen lassen, dass sie sich 2021 wieder in Köln treffen und zusammen feiern will. Darauf freuen auch wir uns schon sehr.

Was wird getan, um sich in der Krise zu behaupten?

Tim Endres: Bei der gamescom 2020 haben wir auf ein rein digitales Konzept gesetzt. Erste digitale Komponenten haben wir ergänzend zur physischen Veranstaltung schon 2019 erfolgreich gestartet. Dieses Jahr wurden diese ausgebaut und verfeinert. Dass das funktioniert hat, zeigt sich beispielsweise an den Zuschauerzahlen unserer Eröffnungsshow gamescom: Opening Night Live. Dieses Jahr hatten wir über 2 Millionen Live-Zuschauerinnen und -Zuschauer, was vier Mal so viel ist wie letztes Jahr. 

Wann wurde entschieden, die gamescom komplett virtuell zu veranstalten?

Tim Endres: Sobald die Bundes- und Landesregierung die Entscheidung kommuniziert hat, dass es keine Großveranstaltungen bis August 2020 geben wird, haben wir mit unseren Partnern entschieden, den digitalen Weg zu gehen. Ein Ausfall der gamescom kam für uns nicht in Frage.

Wie hat sich die Krise konkret bei Dir persönlich ausgewirkt

Tim Endres: Bezogen auf die gamescom und unser digitales Konzept habe ich viel dazugelernt und musste mich daran gewöhnen, dass in diesem Jahr alles anders wird. Ich bin, wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen, auf jeden Fall viel tiefer in die digitale Welt eingetaucht. Sich hierbei voll auf die digitalen Themen zu konzentrieren und diese fokussiert in Angriff zu nehmen, habe ich dabei als großen Vorteil empfunden. Wenngleich ich mich auch sehr freue, zukünftig wieder hybride Events zu veranstalten.

Wie sieht Deine Prognose mittel- und langfristig aus?

Tim Endres: Für 2021 planen wir aktuell mit der gamescom als hybrider Veranstaltung. Das heißt konkret, dass wir wieder viele Gaming-Fans vor Ort in Köln begrüßen und das Programm gleichzeitig mit spannenden, digitalen Elementen bereichern wollen. So werden wir einerseits den Bedürfnissen unserer Community gerecht, eröffnen die gamescom andererseits aber auch einer breiteren, internationalen Zielgruppe. Generell sind wir bei der Koelnmesse davon überzeugt, dass hybride Veranstaltungen die Zukunft des Messemachens sind.

Ergeben sich aus der Situation neben Risiken auch Chancen?

Tim Endres: Die deutlich schnellere und intensivere Weiterentwicklung digitaler Formate sehe ich als große Chance. Wir lernen gerade sehr viel dazu, was all unseren zukünftigen Messen zugutekommen wird.

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Mehr Informationen zur gamescom 2020 finden Sie hier.