„Corona ist ein Brandbeschleuniger für die Digitalisierung“

Die Arbeitswelt und der Alltag, wie wir sie kennen, werden auch nach COVID-19 nicht so sein, wie zuvor, meint der Zukunftsstratege Alexander Pinker.

Und plötzlich war alles anders. Das beschreibt eigentlich sehr gut die aktuelle Situation, in der wir uns befinden. Digitalisierung war für viele Manager, Geschäftsführer und CEOs bis zu diesem Zeitpunkt nur ein Thema, welches das eigene Unternehmen bestimmt irgendwann auch betreffen wird – doch das hatte noch Zeit. Und dann kam Corona und mit der Pandemie zog die Digitalisierung in unseren Alltag ein.

Mein Name ist Alexander Pinker. Ich bin Innovation-Profiler und Zukunftsstratege und helfe Unternehmen, die Trends der nächsten fünf bis zehn Jahre zu verstehen. In den acht Jahren, die ich diesen Beruf nun ausübe, habe ich viele Ausreden gehört, weshalb der Wandel ein wenig langsamer vorangeht und wieso innovationsfördernde Prozesse doch nicht so eilig wären. Doch nun ist virtuelles Arbeiten zum Alltag geworden. Die Disruption des eigenen Geschäfts wurde zur strategischen Aufgabe der nächsten Wochen und Monate. Wir erleben Technologien, die vorher nur als Spielerei gesehen wurden, plötzlich im Einsatz. Roboter desinfizieren die Krankenzimmer und unterstützen das medizinische Personal bei ihrer Arbeit. Virtual Reality und Augmented Reality helfen den Kontakt zu anderen Menschen aufrecht zu erhalten und auf eine innovative und einzigartige Art und Weise zu kommunizieren, und der 3D-Druck macht jeden Bastler zum Helfer in der Not, indem er dringend benötigtes medizinisches Zubehör druckt.

Heute sind wir alle digitaler, kreativer und offener, als es wir es noch vor ein paar Wochen waren. Die Arbeitswelt und der Alltag, wie wir sie kennen, werden auch nach COVID-19 nicht so sein, wie zuvor. Doch das ist nichts Schlechtes, sondern eine Chance für eine andere Zukunft als die, an welcher wir bislang gearbeitet haben. Es liegt dabei natürlich an jedem Einzelnen von uns, wie wir mit dem Wandel umgehen und was wir aus der aktuellen Situation mitnehmen.

Mit meinen Kunden mache ich daher häufig den Test und gehe mit ihnen auf die Suche nach den „Spuren des Wandels“. Wir schauen uns an, welche Trends und Treiber in der aktuellen Situation besonders große Chancen oder Herausforderungen mit sich bringen und leiten anschließend Potenziale für die eigenen Prozesse, Fähigkeiten und Angebote ab. Aspekte wie das digitale Arbeiten, kollaborative Tools oder auch der Einsatz neuer Technologien in der Krise werden auf den normalen Arbeitsalltag übertragen. Dabei kommen wir vom hier und jetzt in eine wünschenswerte Zukunft. Das dieses Utopia nicht 1:1 umsetzbar ist, wird dabei schnell klar, doch es gibt die Richtung an, in die sich eine digitale und innovative Zukunft nach Corona entwickeln kann.

COVID-19, trotz aller schlimmen Aspekte welche die Pandemie mit sich bringt, ist ein Brandbeschleuniger für die Digitalisierung, und die Innovation und wird unsere Zukunft elementar voranbringen. Somit ist die Situation in der wir leben, zwar auf den ersten Blick eine große Herausforderung – doch eine, aus der wir, mit einem zukunftsoffenen Mindset und einem klaren Blick, eine Chance machen können.

Alexander Pinker ist Innovation-Profiler, Zukunftsstratege und Startup Experte und hilft Unternehmen nicht nur in die nächsten zwei Jahre zu blicken, sondern die Trends in Technologie und Gesellschaft für die nächsten fünf bis zehn Jahre zu verstehen. Dafür geht der Innovation-Profiler mit den Kunden auf die Suche nach den Spuren des Wandels. Er ist Gründer von „Alexander Pinker – Innovation-Profiling“ und der „Medialist Innovation Group“, Vorstand des Startup-Netzwerks SUN e.V. und Gründungsmitglied von Futures Space.