C7: Stephan Schwingeler: “Ich habe Bammel, dass uns das “New Normal” noch länger begleitet als gedacht”

„C7“ nennen wir unseren Corona-Fragebogen, den Künstler, Medienleute, Bekannte und Unbekannte ausfüllen, um ihren Weg durch die Krise zu beschreiben. Diesmal: Professor für Medienwissenschaft Stephan Schwingeler.

Was überrascht Dich in der Krise?

Mich hat in einigen Fällen sehr überrascht, dass Remote-Arbeit auf einmal doch geht. Die Argumente für Einige an den Schreibtisch ins Bürogebäude zurückkehren zu müssen, werden sehr, sehr schwach…

Was hilft Dir dabei im Lockdown nicht durchzudrehen?

In den Wald gehen hilft enorm!

Welche Serie/ welches Buch / welcher Film hilft Dir durch die Krise?

Ich habe mit meinen Kindern angefangen, Super Mario Galaxy 2 auf der alten Wii zu spielen! Das ist ziemlich spaßig – aber eigentlich ist mir das Spiel zu schwer.

Was macht Dir Angst?

Uff! Ich habe Bammel, dass uns das “New Normal” noch länger begleitet als gedacht. Und dass die Konsequenzen, die sich momentan entwickeln, folgenschwerer sind, als wir uns das ausmalen können.

Was gibt Dir Hoffnung?

Im Prinzip darf ich auf diese Frage exakt so antworten wie auf Frage 4 – nur ins Optimistische gewendet: Ich hoffe, dass sich die Konsequenzen folgenschwerer zeigen, als gedacht und dass also durch die Krise eine Chance entsteht.

Die Welt 2021

Es gibt einen Impfstoff gegen Corona und man nimmt die freigewordene Energie und die Erkenntnisse der Corona-Krise, um den Klimawandel und weitere globale Probleme anzupacken. Geht doch!

Was hast Du ganz persönlich aus dieser Krise gelernt?

Neue coole Dreh-Moves und trickreiche Hechtsprünge bei Super Mario!


Prof. Dr. Stephan Schwingeler ist Professor für Medienwissenschaft an der HAWK Hildesheim an der Fakultät Gestaltung.

Zuvor war er Professor für Game Design in Stuttgart. Er gehört international zu den Vorreitern der Game Studies. Sein erstes Buch mit dem Titel „Die Raummaschine“ analysiert Raum und Perspektive in Computerspielen. Sein zweites Buch „Kunstwerk Computerspiel“ untersucht die Strategien der Game Art. Er leitete das GameLab der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und hat das Next Level Festival als Beiratsmitglied und Berater begleitet. 

Als Kurator war Schwingeler u.a. verantwortlich für die Ausstellung „ZKM_Gameplay“ im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien. Schwingeler hat zahlreiche internationale Ausstellungen verantwortet, u.a. mit der Julia Stoschek Collection, der Kuratorin Yuko Hasegawa oder dem Medienkünstler und Komponisten Ryoji Ikeda. Die Ausstellung „Global Games“ untersuchte Games als politische Medien, während „New Gameplay“ die Kunstform des Computerspiels im Nam June Paik Art Center in Südkorea zeigte. Gemeinsam mit dem Goethe-Institut kuratierte er die Ausstellung „Games and Politics“, die in einer Welttournee in 40 Länder um den Globus reist. Er kuratierte zuletzt die GameZone des Internationalen Trickfilmfestivals Stuttgart sowie die Ausstellung „Digital Games“ im Ludwigforum für Internationale Kunst in Aachen.